Ein Flug von Frankfurt nach Bangalore, Indien – ohne Zwischenstopp, direkt und durchgehend – bildet den Auftakt einer besonderen Audit-Reise. Schon beim Check-in am Frankfurter Flughafen wird deutlich, dass für eine problemlose Einreise nach Indien nicht nur elektronische Dokumente, sondern auch Unterlagen in Papierform sinnvoll sind. Diese werden am Zoll geprüft und erleichtern den gesamten Prozess. Nach über neun Stunden in der Luft erfolgt die Landung in der südindischen Metropole, wo warme Temperaturen, ein Nachthimmel und der Nachverkehr den Empfang übernehmen.
Audit-Woche in Bangalore
Von Montag bis Freitag ist das 1. Überwachungsaudit nach ISO/IEC 27001 angesetzt. Der Geltungsbereich der Zertifizierung wurde erweitert, und entsprechend steht eine umfassende Überprüfung in zwei unterschiedlichen Gebäuden an. Jeder Raum wird begangen, die Anforderungen werden in englischer Sprache dokumentiert und Nachweise akribisch gesammelt. Der Kunde ist vorbereitet, sodass der Ablauf strukturiert und professionell verläuft. Beispiele aus der Medizintechnik geben wertvolle Einblicke in die praktische Umsetzung der Anforderungen. Immer im Abgleich des Standards mit den Richtlinien des Kunden.
Jeder Audittag endet mit einem Feedbackgespräch, in dem die Ergebnisse des Tages zusammengefasst werden. Diese Routine schafft Klarheit und Transparenz für alle Beteiligten. Nach der Rückreise nach Deutschland wird die Auditwoche digital fortgesetzt – Remote-Sitzungen ergänzen die vor Ort gewonnenen Erkenntnisse. Am letzten Tag findet schließlich das offizielle Abschlussgespräch statt, das den gesamten Auditprozess abrundet.
Eindrücke von Bangalore (Bengaluru)
Neben der intensiven Arbeitswoche bleibt Zeit, Bangalore und seine Umgebung kennenzulernen. Besonders beeindruckend sind die zahlreichen Tempel, die in der Stadt und Umgebung zu finden sind. Jeder Besuch folgt einem festen Ritual: Schuhe werden am Eingang ausgezogen, bevor die spirituellen Räume betreten werden dürfen. Die Atmosphäre in den Tempeln ist einzigartig – goldene Verzierungen glänzen im Sonnenlicht, und eine friedliche Stille erfüllt die Räume. Im Mahabodhi Loka Shanti Buddha Vihara Temple gab es eine Führung, die Novizenmönche (Samaneras) spielten während einer Pause Fussball, während im Tempel meditiert wurde.
Auch die Regierungsgebäude der Stadt, wie der Temple of Democracy Vidhana Soudha, Sitz des Parlaments von Karnataka, beeindrucken mit kolonialer Architektur und großzügigen Parkanlagen, die zu Spaziergängen einladen. Auf den Straßen wiederum zeigt sich das bunte Leben Indiens: Straßenhunde liegen herum und müssen sich vom Nichttun erholen, Kühe stehen nachdenklich auf Kreuzungen mitten im Verkehr und lassen sich von hupenden Autos kaum beeindrucken. Warum hetzen, wenn es auch gemütlich geht. Auf den Plätzen spielen Gruppen von Männern und Kindern Cricket, das hier weit mehr als nur ein Sport ist – es ist ein gesellschaftliches Ereignis. Die Tagesreise endet am Fuße eines Tempels mit einer leckern Kokosnuss mit Strohhalm vom Straßenverkauf, die an Ort und Stelle ausgetrunken wird, damit die Elektrolyte ausgeglichen werden.
Begegnungen und kulinarische Eindrücke
Was die Reise besonders prägt, sind die Begegnungen mit den Menschen. Ob beim Audit oder in den Straßen Bangalores – die Offenheit, Herzlichkeit und das Lachen der Menschen sind allgegenwärtig. Mal in farbigen Gewändern, mal einfach gehalten, mal traditionell, mal modern. Jeder Kontakt vermittelt das Gefühl, willkommen zu sein. Gespräche sind bunt gemischt: Englisch, Kannada und Hindi wechseln sich ab, Gesichter voller Geschichten prägen die Eindrücke. Da mein Hindi eingerostet ist, bevorzuge ich englisch.
Auch kulinarisch ist die Reise unvergesslich. Indisches Essen ist bekannt für seine Schärfe – und tatsächlich, die Gewürze überraschen und brennen, doch immer begleitet von einem herzlichen Lachen am Tisch. Scharfes Curry, knusprige Dosas oder würzige Chutneys gehören zur Tagesordnung. Jede Mahlzeit ist ein Fest für die Sinne und ein Feuerwerk der Endorphine, die jede Müdigkeit verschwinden lassen.
Rückkehr nach Deutschland
Die Abreise aus Bangalore erfolgt gegen Mitternacht, weil der Flug frühmorgens startet. Die Straßen sind noch dunkel, doch auch zu dieser Zeit ist die Stadt voller Bewegung. Im Taxi geht es voran, jedoch auch auf und ab. Nach einem weiteren Direktflug zurück nach Frankfurt endet eine intensive Woche voller Eindrücke.
Im Kopf schwirren Bilder von goldenen Tempeln, entspannten Straßenhunden und Kühen, imposanten Gebäuden, und vor allem die vielen Begegnungen mit Menschen, die diese Reise so besonders gemacht haben. Zwischen Audits, Fingerfood, Feedbackgesprächen und Remote-Sitzungen hat sich eine Welt aufgetan, die geprägt ist von kultureller Vielfalt, Wärme und Gastfreundschaft.
Zurück in Deutschland bleibt ein Kopf voller neuer Erfahrungen: Menschen, Tiere, Gebäude, Glauben, Gebräuche, Sprachen, Gesichter und Umgehensweisen – ein Mosaik, das sich zu einem Gesamtbild verbindet.
Das scharfe Essen, das Lachen, die Offenheit und die herzliche Zusammenarbeit hinterlassen Spuren, die weit über das Audit hinausreichen. Schon jetzt ist klar: Ein Wiedersehen in Bangalore ist geplant. Bis dahin bleibt der Dank für die großartige Zusammenarbeit – sowohl fachlich als auch menschlich. Namaste. 🇮🇳
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