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    Globale Lieferketten und digitale Abhängigkeiten prägen den Geschäftsalltag vieler Unternehmen. Externe Partner liefern nicht nur Produkte oder Dienstleistungen, sondern oft auch kritische Komponenten der eigenen IT- und Informationsinfrastruktur. Mit diesem erweiterten Zugriff steigen die Anforderungen an den Schutz vertraulicher Daten und Systeme. Die internationale Norm ISO/IEC 27036-1:2021 liefert hierfür einen übergeordneten Rahmen und stellt die grundlegenden Konzepte für sichere Beziehungen zwischen Beschaffenden und Lieferanten bereit (ISO).

    Ohne klare Richtlinien entstehen leicht Missverständnisse über Rollen und Verantwortlichkeiten. Unterschiedliche Arten von Lieferanten – vom Hardwarehersteller bis zum Cloud-Dienstleister – bringen verschiedene Risikoprofile mit sich. Fehlt eine einheitliche Grundlage, können Sicherheitslücken unentdeckt bleiben, und im Ernstfall ist nicht eindeutig nachvollziehbar, wer für Prävention oder Schadensbehebung zuständig ist. Gerade im Umfeld sensibler Informationen und regulierter Branchen kann dies gravierende Folgen haben. Ein strukturiertes Vorgehen ist daher unverzichtbar, um rechtliche, wirtschaftliche und reputative Schäden zu vermeiden (HCL Tech Blog).

    ISO/IEC 27036-1 bietet ein Vokabular und ein Rahmenmodell, das aufzeigt, wie Beschaffende und Lieferanten ihre Verantwortlichkeiten gemeinsam wahrnehmen können. Der Standard beschreibt die übergreifenden Prinzipien, die für alle Lieferantenbeziehungen relevant sind, unabhängig von der Branche oder dem Umfang der Zusammenarbeit. Dabei wird verdeutlicht, wie Governance-Strukturen, organisatorische Maßnahmen und technische Kontrollen ineinandergreifen. Außerdem verknüpft der Teil 1 die weiteren Normbestandteile: Teil 2 legt konkrete Anforderungen fest, Teil 3 behandelt speziell ICT-Lieferketten und Teil 4 widmet sich Cloud-Diensten (iTeh). Damit wird deutlich, dass Teil 1 als Einstieg und Orientierungsrahmen dient, bevor tiefere technische und organisatorische Vorgaben folgen.

    Wer ISO/IEC 27036-1 anwendet, schafft die Basis für vertrauensvolle und transparente Geschäftsbeziehungen. Durch einheitliche Begrifflichkeiten, klar dokumentierte Prozesse und abgestimmte Sicherheitsmaßnahmen wird das Risiko von Sicherheitsvorfällen erheblich reduziert. Unternehmen, die diese Norm in ihre Lieferantenmanagement-Strategie integrieren, können nicht nur regulatorische Anforderungen besser erfüllen, sondern auch langfristige Partnerschaften auf einem stabilen Fundament aufbauen.

    ISO/IEC 27036-1 ist somit mehr als nur ein theoretischer Leitfaden – es ist ein praxisnaher Ausgangspunkt für die systematische Absicherung aller externen Beziehungen, die Einfluss auf die Informationssicherheit haben.

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